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Klappentext:
Frankreich im 16. Jahrhundert
- es tobt der Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten.
Die Christen beider Parteien metzeln einander fröhlich
nieder: Es fällt ja so schwer, den Glauben des anderen
zu ertragen. Noch in der kleinen Welt von Burg Mespech im
Périgord spürt der junge Pierre de Siorac den
Riss, der durch das Land geht. Sein Vater, der Baron, ist
Anhänger der reformierten Religion und zwingt die Kinder
wie auch das Gesinde, sich gleichfalls zu bekehren. Die Mutter
bleibt Papistin, ein nie nachlassender Grund für Konflikte.
Und trotzdem ist für Pierre die Burg der Ort, an dem
er sich geborgen fühlt. Hier lernt er fechten, reiten,
lieben und bildet die Talente aus, die er dereinst - in den
folgenden Bänden der Romanserie - dem guten König
Henri Quatre leihen wird.
(©
1998 Aufbau Verlag)
Fazit:
Der
Roman spielt in Frankreich. Er ist in der Ich-Perspektive
erzählt und beginnt 1545. Mitten in der Renaissance und
in den Hugenottenkriegen. Die Ich-Perspektive ermöglicht
es, dass ein Renaissancemensch direkt zu Ihnen spricht.
Der
Erzähler Pierre de Siorac berichtet zunächst, wie
es zu seiner Geburt kam. Sein Vater Jean de Siorac und ein
anderer Ex-Offizier des französischen Königs Franz
I. begeben sich ins zivile Leben. Jean de Siorac und sein
Freund und Berufskollege Jean Sauveterre sind in tiefer brüderlicher
Freundschaft verbunden. Und sie haben ein Geheimnis: Sie sind
beide Hugenotten. Das war damals lebensgefährlich.
Die
Freunde erwerben im Perigord das Chateau Mespech. Sie
umweht das Flair des Abweichlertums. Hinreißend die
Szene, als ein kirchlicher Beamter zunächst Jean de Siorac
ins Verhör nimmt, der auf weltmännische Art chevaleresk
das Verhör durchsteht. Der Kirchenmann wendet sich dann
Sauveterre zu, der bei der, als Gespräch getarnten Vernehmung
anwesend war. Sauveterre hat einen ganz anderen Charakter
als sein Freund. Er ist streng, wo der andere weltmännisch
ist, und asketisch, wo der andere Frauenschönheit nie
wiederstehen kann. Sauveterre beruft sich auf die Aussagen
seines eloquenten Freundes, erklärt, er werde keine weiteren
Fragen beantworten, da er weiteres Insistieren als Affront
gegen seine Ehre betrachten müsse und tritt währenddessen,
Hand am Degen, auf den Kirchenmann hinzu.
Sauveterre
bleibt Junggeselle. Jean de Siorac heiratet eine schöne
Katholikin. Sie wird die Mutter von dem Ich-Erzähler
Pierre.
Die verschiedenen Glaubensrichtungen seiner Eltern –
Mutter katholisch, Vater hugenottisch – ist bei aller
Liebe Quell von Auseindersetzungen. Die Auseinandersetzungen
sind lebendig und lebenswarm geschildert.
Zum
Totlachen sind die Streitgespräche zwischen der Amme
von Pierre de Siorac und seiner Mutter. Alleine die sind es
schon wert, das Buch zu lesen.
Die
beiden Freunde Jean de Siorac und Sauveterre lassen das Chateau
in Wohlstand erblühen. Ganz im Gegensatz zu ihren adligen
Nachbarn, die auf ihrem Chateau lebend die Ökonomie verachten.
Pierre,
der Ich-Erzähler, hat einen erstgeborenen Bruder und
einen Halbbruder – Samson. Samson hat einen liebenswerten
Charakter, ist engelsschön, der allerhellste nicht, und
ist das Produkt der Affinität des Vaters von Pierre zur
Frauenschönheit.
Pierre
tritt, was Liebesdinge angeht, sehr früh in die Fußstapfen
seines Vaters. Als Pierres geliebte Freundin stirbt –
eine ergreifende literarische Schilderung – versinkt
er in Kummer. Deswegen wird seine Ausbildung zum Arzt vorverlegt.
Er wird in die Universitätsstadt Montpellier an die berühmte
medizinische Fakultät reisen. Sein Halbbruder Samson
wird ihn begleiten, um dort Jurist zu werden. Mit dabei ist
ein früherer Einbrecher, dem Pierre das Leben vor der
väterlichen Justiz rettete. Dieser ehemalige Einbrecher
ist jetzt Freund und Diener von Pierre und hat vom Vater den
Auftrag, auf Pierres Leben aufzupassen.
Hier endet das Buch. Es ist er der erste Band einer Serie
von acht Teilen.
Wenn
Sie intelligent und humorvoll auf spannende Weise unterhalten
werden wollen, so gönnen Sie sich diese Lektüre.
(©
2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)
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