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(Wieder)entdeckt

Fortune de France

Autor: Robert Merle
Aus dem Französischen von Edgar Völkl und Ilse Täubert

Taschenbuch, 396 Seiten
erschienen: Februar 1998
Aufbau
ISBN: 3-7466-1213-6
Preis: 10,00 €

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Klappentext:
Frankreich im 16. Jahrhundert - es tobt der Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten. Die Christen beider Parteien metzeln einander fröhlich nieder: Es fällt ja so schwer, den Glauben des anderen zu ertragen. Noch in der kleinen Welt von Burg Mespech im Périgord spürt der junge Pierre de Siorac den Riss, der durch das Land geht. Sein Vater, der Baron, ist Anhänger der reformierten Religion und zwingt die Kinder wie auch das Gesinde, sich gleichfalls zu bekehren. Die Mutter bleibt Papistin, ein nie nachlassender Grund für Konflikte. Und trotzdem ist für Pierre die Burg der Ort, an dem er sich geborgen fühlt. Hier lernt er fechten, reiten, lieben und bildet die Talente aus, die er dereinst - in den folgenden Bänden der Romanserie - dem guten König Henri Quatre leihen wird.

(© 1998 Aufbau Verlag)


Fazit:
Der Roman spielt in Frankreich. Er ist in der Ich-Perspektive erzählt und beginnt 1545. Mitten in der Renaissance und in den Hugenottenkriegen. Die Ich-Perspektive ermöglicht es, dass ein Renaissancemensch direkt zu Ihnen spricht.
Der Erzähler Pierre de Siorac berichtet zunächst, wie es zu seiner Geburt kam. Sein Vater Jean de Siorac und ein anderer Ex-Offizier des französischen Königs Franz I. begeben sich ins zivile Leben. Jean de Siorac und sein Freund und Berufskollege Jean Sauveterre sind in tiefer brüderlicher Freundschaft verbunden. Und sie haben ein Geheimnis: Sie sind beide Hugenotten. Das war damals lebensgefährlich.
Die Freunde erwerben im Perigord das Chateau Mespech. Sie umweht das Flair des Abweichlertums. Hinreißend die Szene, als ein kirchlicher Beamter zunächst Jean de Siorac ins Verhör nimmt, der auf weltmännische Art chevaleresk das Verhör durchsteht. Der Kirchenmann wendet sich dann Sauveterre zu, der bei der, als Gespräch getarnten Vernehmung anwesend war. Sauveterre hat einen ganz anderen Charakter als sein Freund. Er ist streng, wo der andere weltmännisch ist, und asketisch, wo der andere Frauenschönheit nie wiederstehen kann. Sauveterre beruft sich auf die Aussagen seines eloquenten Freundes, erklärt, er werde keine weiteren Fragen beantworten, da er weiteres Insistieren als Affront gegen seine Ehre betrachten müsse und tritt währenddessen, Hand am Degen, auf den Kirchenmann hinzu.

Sauveterre bleibt Junggeselle. Jean de Siorac heiratet eine schöne Katholikin. Sie wird die Mutter von dem Ich-Erzähler Pierre.
Die verschiedenen Glaubensrichtungen seiner Eltern – Mutter katholisch, Vater hugenottisch – ist bei aller Liebe Quell von Auseindersetzungen. Die Auseinandersetzungen sind lebendig und lebenswarm geschildert.
Zum Totlachen sind die Streitgespräche zwischen der Amme von Pierre de Siorac und seiner Mutter. Alleine die sind es schon wert, das Buch zu lesen.

Die beiden Freunde Jean de Siorac und Sauveterre lassen das Chateau in Wohlstand erblühen. Ganz im Gegensatz zu ihren adligen Nachbarn, die auf ihrem Chateau lebend die Ökonomie verachten.
Pierre, der Ich-Erzähler, hat einen erstgeborenen Bruder und einen Halbbruder – Samson. Samson hat einen liebenswerten Charakter, ist engelsschön, der allerhellste nicht, und ist das Produkt der Affinität des Vaters von Pierre zur Frauenschönheit.
Pierre tritt, was Liebesdinge angeht, sehr früh in die Fußstapfen seines Vaters. Als Pierres geliebte Freundin stirbt – eine ergreifende literarische Schilderung – versinkt er in Kummer. Deswegen wird seine Ausbildung zum Arzt vorverlegt. Er wird in die Universitätsstadt Montpellier an die berühmte medizinische Fakultät reisen. Sein Halbbruder Samson wird ihn begleiten, um dort Jurist zu werden. Mit dabei ist ein früherer Einbrecher, dem Pierre das Leben vor der väterlichen Justiz rettete. Dieser ehemalige Einbrecher ist jetzt Freund und Diener von Pierre und hat vom Vater den Auftrag, auf Pierres Leben aufzupassen.
Hier endet das Buch. Es ist er der erste Band einer Serie von acht Teilen
.

Wenn Sie intelligent und humorvoll auf spannende Weise unterhalten werden wollen, so gönnen Sie sich diese Lektüre.

(© 2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)

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