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Tod auf Kredit von Louis-Ferdinand Céline

 

 


 

Jetzt als Taschenbuch

Tod auf Kredit

Autor: Louis-Ferdinand Céline
Deutsch von Werner Bökenkamp

Taschenbuch, 439 Seiten
erschienen: Mai 1974/Juli 1994
Rowohlt
ISBN: 3499155974
Preis: 8,50 €

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Inhalt:
Wie immer zeigt sich Celine auch in seinem Roman "Tod auf Kredit" vom Tod besessen, nichts zählt neben der Tatsache, daß eines Tages alle verrecken müssen. Das erklärt seinen Ekel und seine Verzweiflung, seinen Haß. In einer faszinierenden Sprache - bald trockene, bissige, harte mit Argot versetzte Sprachprosa bald nahe am Gedicht hinströmend als dunkle Moll-Melodie - wird in diesem Roman über einen armen Arzt der Klinik einer Pariser Vorstadt soviel ins Bewußtsein gehoben, artikuliert, beleuchtet, erhellt, daß er keiner Rechtfertigung bedarf
.

(© 1994 Rowohlt Verlag)


Buchbesprechung - Rezension:

Mit seinem zweiten Roman Tod auf Kredit zeigt Céline dieselbe literarische Größe wie bei seinem umjubelten Erstling Reise ans Ende der Nacht. Von einigen Kritikern wird Tod auf Kredit für das bessere Buch gehalten. Vom erzählerischen her ist es dies sicher auch. Céline identifiziert sich hier erstmals namentlich mit seinem Helden, der Ferdinand heißt.

Gelungen ist schon der Einstieg. Der Autor lässt den Ich-Erzähler von seinem Leben als Armenarzt erzählen und springt dann in die Kindheit von Ferdinand. Dort nimmt er den Leser mit auf eine unwiderstehliche Reise durch die Wirrnisse dieser Jugend.
In Célines Prosa wettert es natürlich wieder in unnachahmlicher Art. Eine Einschätzung Ferdinands über seine Eltern, der Vater ist Angestellter bei einer Feuerversicherung, die Mutter betreibt ein Geschäft, zeigt dies wohl exemplarisch: "Ich für meinen Teil ziehe keinen von beiden vor. Was wüstes Geschimpfe und Doofheit betrifft, finde ich sie beide gleich ... Sie haut weniger fest, aber öfter. Wen von beiden möchte ich lieber umgebracht sehen? Ich glaube, doch noch meinen Papa."

Nach unregelmäßigen Schulbesuchen beginnt Ferdinands ebenso erfolglose Zeit einer beruflichen Ausbildung im kaufmännischen Bereich bei "Berlope und Sohn" und als Vertreter für den Ziselier Gorloge. Die Zeit als Vertreter ist ein Kabinettstück der Literatur, wohl die tragikkomischste Episode des Buches. Als der Held auch in der Vertretertätigkeit scheitert, wird er auf Anraten und Bitten seines Onkels Edouard in das Meanwell College nach England geschickt.

Der zweite Teil des Buches beschreibt die Zeit Ferdinands bei dem kauzigen Erfinder Roger-Martin Courtial des Pereires. Ebenfalls durch die Vermittlung seines Onkels Edouard, der dem Jungen als einziger immer wieder hilft, kommt Ferdinand zu diesem Mann. Ferdinand begleitet Courtial bei der Ausführung seiner irrwitzigen Ideen, bis der Erfinder gescheitert Selbstmord begeht.

Dieser Roman, mit seinen gekonnt gesetzten stilistischen Tempowechseln, mit seiner so aggressiven, verzweifelten Sprache und seiner so grotesk wie anrührenden, so tragisch wie zynischen Handlung ist ein großes Werk. Es gibt wohl kaum Vergleichbares in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Célines Mittel ist das Extrem, und darin ist er ein Meister. Ein lesenswertes Buch, bei dem der Céline-Erstleser einen großen Autoren kennen lernt.

(© 2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

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Rund um´s Buch

S e r v i c e

Die Originalausgabe
erschien ...

unter dem Titel
"Mort à crédit".

Ebenfalls vorgestellt von Louis-Ferdinand Céline

Reise ans Ende der Nacht

Von einem Schloß zum andern

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Gespräche mit Professor Y (TB, 2004)

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