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New York

Autorin: Lily Brett
Aus dem Englischen von Melanie Walz

Roman
Taschenbuch, 159 Seiten
erschienen: 2001
Suhrkamp
ISBN 3-518-39791-5
Preis: 7,50 Euro

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Inhalt:
"New York fehlt mir jedes Mal, wenn ich wegfahre. Oft fehlt mir New York schon, bevor ich fahre", sagt Lily Brett, die australische New Yorkerin mit europäischen Wurzeln, die in ihren klugen, manchmal beißend komischen Short stories ein Bild des New Yorker Lebensgefühls und gleichzeitig ein Porträt von sich selbst zeichnet.

(© 2001 Suhrkamp Verlag)

Fazit:
Was Elke Heidenreich über lange Jahre für die Kolumne der Brigitte war, ist Lily Brett seit 2000 für DIE ZEIT. Erfuhren wir von Elke Heidenreich viel Bezeichnendes über Deutschland, bringt uns Lily Brett New York ein ganzes Stück näher. Wer einmal dort war, fühlt sich wieder dorthin versetzt, wer es gar nicht kennt, dem eröffnet sich eine Welt aus so vielen Facetten, die Staunen macht.

Lily Bretts Texte und Geschichten erzählen z. B. von der Manie der US-Amerikaner, sofort Shorts zu tragen, sobald es das Wetter zulässt, von einem Besuch beim Friseur oder im Schönheitssalon. Dort hört man vom neuesten Trend, bei dem man sich "Botulismus", Bakterien einer Lebensmittelvergiftung, an verschiedenen Stellen in die Gesichtshaut spritzen lässt, damit das Gift die Muskulatur paralysiert und man daran gehindert wird, z. B. die Stirn zu runzeln oder die Augen zusammenzukneifen. "Geschäftsleute stehen Schlange, um sich Botulismus injizieren zu lassen. Sie finden, dass die Injektionen ihnen für schwierige Verhandlungen nützlich sind. Stress und Anspannung werden hinter einer ausdruckslosen Maske versteckt." Man liest vom Alltag in einer Millionenmetropole und eben von Dingen, die man noch nicht kennt, die aber sicher auch bald nach Deutschland gelangen werden.

Lily Brett hält sich und ihrer Welt den Spiegel vor, ohne dabei an Leichtigkeit und Witz zu verlieren. Nicht ohne Ironie betrachtet die Autorin sich denn auch selbst und spart dabei nicht mit Selbstkritik, wodurch sich einem immer wieder das Bild des weiblichen Stadtneurotikers aufdrängt - ganz wie man es von Woody Allen kennt. So alltäglich ihre Themen und Geschichten scheinen, so viel Humor und Philosophie stecken in den zweieinhalb Seiten einer jeden Episode. Und wer am Ende nicht genug bekommt, der braucht nur DIE ZEIT zu kaufen oder auf die nächste Sammlung in Buchform zu warten.

(© 2001 Ivonn Kappel)

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