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Imagon

Autor: Michael Marrak

Science Fiction
Taschenbuch, 573 Seiten
erschienen: April 2004
Bastei Lübbe
ISBN: 3-404-24325-0
Preis: 8,90 Euro
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Rückentext:
Grönland in naher Zukunft: Ausgerechnet der Geophysiker Poul Silis wird in die Arktis beordert, wo er doch Schnee über alle Maßen hasst. Er soll dort eine geheimnisvolle vorzeitliche Tempelstadt erforschen, die nach einem Meteoriteneinschlag aus dem Eis ragt. Doch es kommt alles anders: Schrecken werden lebendig, die älter sind als die Erdgeschichte und ferneren Ursprungs als die äußersten Planeten des Sonnensystems ...

(© 2004 Bastei Lübbe Verlag)


Zum Autor:

Michael Marrak, geboren 1965 in Weikersheim, studierte Grafik-Design in Stuttgart und arbeitete zunächst als Grafiker und Illustrator. Anfang der neunziger Jahre trat er als Autor, Herausgeber und Anthologist in Erscheinung.


Buchbesprechung - Rezension:

Die Geschichte
Die Handlung gliedert der Autor in sechs chronologische Teile. Es ist eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy, mit einem Übergewicht zum letzteren, die geboten wird. Ein etwas grumpeliger, noch fast junger Forscher (geboren am Deutschen Tag 1967) wird in der bekannten, geheimnistuerischen Art von höheren Stellen zu einem Treffen 'gebeten'. Und das, obwohl er Schnee und Eis hasst! Der Zusammenhang: er soll an einer Expedition zu einem öffentlich vertuschten Meteoritenkrater in Grönland teilnehmen, um dort seine Erfahrung als Geophysiker und seine unübliche Aufgeschlossenheit gegenüber Unerwartetem einzubringen (also: Querdenker gesucht).
Beim Treffen sind die Üblichen anwesend: machtgierige Militärs, ruhmsüchtige Forscher, die geheimnisvolle Fremde und das erdumfassende Internet. Erste Kontakte, Einstimmung auf die Mission, Beratung, dann schließlich Aufbruch ins Abenteuer. Die Anreise bietet reichlich Lokalkolorit, samt Alkoholkater, hemdsärmeligem Hubschrauberpiloten und fremdelnden Einheimischen.

Kurz nach der Ankunft stellt der Held Poul Silis Auffälligkeiten sowohl der dortigen Forscher als auch des vermeintlichen Einschlagkraters fest. Nähere Untersuchungen ergeben scheinbar widernatürliche Erscheinungen, bis hin zu nicht gefrierendem Wasser (allen Forschern natürlich schwererklärbar) und einer Felsenstadt, die früher unter Eis begraben lag. Parallel dazu merkt Silis, dass er sich zunehmend mit übernatürlichen Erscheinungen beschäftigt, und alles läuft auf die Erkenntnis zu, dass der Krater eigentlich ein sehr großer Schmelzkanal für ein wohl marines extraterrestrisches Wesen ist, das sich hier verborgen hält.
Versuche, mit explosiven Mitteln weiterzukommen, scheitern nicht nur, sondern lösen eine ziemlich heftige Reaktion des Wesens aus, in deren Folge der Held zuerst in eine Traumzeitreise und dann in den Eistempel der Wirklichkeit gezogen wird. Eine Frau, die er in der Zeitreisevergangenheit kennen und lieben lernte, spielt nun als Götterbote eine metaphysische Rolle bei dem Versuch, die Zeichen des Tempels zu deuten. Aber erst sein früherer Mentor, der von einer großen Angst vor den Außerirdischen besessen zu sein scheint, erklärt ihm den Zusammenhang. Die Menschheit ist nur Material für zwei Lebensformen, die einen interstellaren Verdrängungskrieg über Jahrtausende auf der Erde austragen. Der Schluss des Buches ist die Einstimmung auf Folgebände, in denen wahrscheinlich das geläuterte Bewusstsein des Helden das Ende seiner Spezies beobachten wird.

Buchtechnisches
Die Abbildungen, die an Bleistiftzeichnungen der vorletzten Jahrhundertwende erinnern, sind wohl das schönste an diesem Taschenbuch, denn ihre Darstellung passt nicht nur zum Text, sondern ist auch stimmungsvoll und durch kargen Umgang mit Elementen von eindeutiger Aussage. Rechtschreibung ist Neuschrieb, aber nicht sonderlich störend; Satzfehler sind nicht erkennbar.

Bewertung
Vom guten Anfang wird der Leser den Spannungsbogen entlang zu einer Kulmination in Buchmitte geführt, um alsdann in einem drogenfreien Trip das phantastische Vorstellungsvermögen des Helden ereignislos dem Buchschluss entgegendriften zu sehen. Die Geschichte selbst ist oft vorhersehbar, die längeren Passagen mit Nabelschau des Helden eher öde.
Schade um die Idee, Außerirdische kämpften hierzuerden während Äonen um Macht und Raum, mit der einheimischen humanoiden Lebensform als Kollateralschaden. Was hätte P. J. Farmer einst aus ähnlicher Idee im Flusswelt-Zyklus gemacht!

(© 2004 Michael Titz für all-around-new-books.de)

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Rund um´s Buch

S e r v i c e

Ausgezeichnet

Michael Marrak erhielt 2003 für seinen Roman Imagon den Kurd Laßwitz-Preis für den besten deutschsprachigen Science Fiction-Roman des Jahres 2002.

Ebenfalls erschienen
als ...

gebundene Ausgabe
(2002)

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