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Rückentext:
Die Angst geht um.
Erst brechen in einer kleinen amerikanischen Stadt Menschen
auf offener Straße zusammen und sterben in Minuten an
einem tödlichen Virus, dann häufen sich die Schreckensmeldungen
aus aller Welt: Hunde zerfleischen ihre Besitzer. Schwimmer
verschwinden im Ozean. An den Bäumen wächst giftiges
Obst. Springfluten, Wirbelstürme und Erdbeben häufen
sich in erschreckendem Ausmaß. Umweltkatastrophe oder
ein heimtückischer Schlag mit biologischen Waffen?
Wer ist der Feind?
Regierung und Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel.
Nur zwei Menschen wissen, was wirklich passiert ...
(©
2004 Bastei Lübbe Verlag)
Zum
Autor:
Mit seinem ersten Roman, Der Zorn, katapultierte
sich ein bis dato unbekannter 36-jähriger Philosophieprofessor
aus Lyon an die Spitze der französischen Bestsellerliste
und sorgte für Schlagzeilen in der Presse. Denis Marquet
gelang mit seiner apokalyptischen Vision nicht nur ein kultverdächtiger
Thriller, der das Unfassbare Wahrheit werden lässt, sondern
eine Fabel über die Koexistenz von Mensch und Erde, die
niemand überhören sollte.
Buchbesprechung
- Rezension:
Die Apokalypse auf Französisch
Ein
Philosophieprofessor und ein packender Thriller? Das muss
kein Gegensatz sein, wie Denis Marquets Erstling Der Zorn
beweist, der in Frankreich die Bestsellerlisten stürmte.
Der Autor entwirft auf 570 Seiten eine düstere Weltuntergangsvision.
Gleich mehrere Naturkatastrophen und unerklärliche Phänomene
erschüttern die Vereinigten Staaten: Menschen verschwinden
im Ozean oder fallen urplötzlich tot um, Hunde rotten
sich zusammen und töten kleine Kinder, die Vögel
verschwinden vom Himmel. In der Bevölkerung bricht Panik
aus. Die amerikanische Regierung startet hektische Versuche,
die Lage unter Kontrolle zu bringen, aber ohne Erfolg; Militärs
und Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel. Ist das
die Klimakatastrophe, der Angriff einer feindlichen Macht
oder vielleicht der ultimative terroristische Anschlag?
Das Szenario ist zwar romanhaft übersteigert, erinnert
aber doch an die Zeit nach dem 11. September. Und wie die
amtierende amerikanische Regierung damals, ist auch der Präsident
im Roman überzeugt, nur ein Krieg gegen die vermeintlich
"bösen Mächte" könne seinen Staat
retten. Doch es gibt auch andere Stimmen, die des Ethnologen
Greg Thomas etwa, der die Kriegstreiberei der Regierung und
des Militärs schnell durchschaut und sich auf die Suche
nach den wahren Ursachen macht. Oder seine Frau Mary, die
sich gerade im Amazonasgebiet aufhält und während
eines Rituals der Yamonami-Indianer eine Vision hat: Sie erlebt
die "Tage des Zorns". Hinter den Ereignissen steht
keine menschliche Macht, erfährt sie, es ist die Erde
selbst, die sich wehrt und sich von den Menschen befreien
will.
Unterdessen ist die Menschheit auf dem besten Wege, sich selbst
auszurotten. Der Präsident hat sich mit ausgewählten
Wissenschaftlern und einer Gruppe von "Übermenschen"
- unter ihnen auch Greg und Mary - in seinem Atombunker eingeschlossen
und plant, die Erde draußen durch Bomben von dem rätselhaften
Virus zu befreien, das mehr und mehr um sich greift und Menschen
und Tiere tötet. Doch er scheitert, denn auch im Bunker
beginnt das Virus zu wüten, nur Greg und Mary scheinen
verschont zu bleiben.
Denis Marquet hat eine unverkennbare Botschaft: Nur mit und
nicht gegen die Natur können wir unsere Zivilisation
retten. Das ist nicht neu, aber die Form und vor allem die
Radikalität, wie er seine Überzeugungen in Handlung
umsetzt, sind ungewöhnlich.
Leider verliert die Geschichte im Verlauf des Romans immer
mehr an Glaubwürdigkeit, worunter auch die Lesefreude
leidet; und auch die Figuren Greg und Mary als Gegenpole zu
einer sich vernichtenden Welt sind doch ein wenig zu edel,
um authentisch zu sein. Doch wer gut recherchierte Apokalypse-Geschichten
mag, der liegt mit Der Zorn richtig. Mir persönlich
allerdings genügt der Blick in die Zeitung!
(©
2004 Ingrid Ickler für all-around-new-books.de)
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