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Der Zorn

Autor: Denis Marquet
Aus dem Französischen von Helga Migura

Roman
Taschenbuch, 576 Seiten
erschienen: Mai 2004
Bastei Lübbe Verlag
ISBN: 3-404-15134-8
Preis: 8,90 Euro
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Rückentext:
Die Angst geht um.
Erst brechen in einer kleinen amerikanischen Stadt Menschen auf offener Straße zusammen und sterben in Minuten an einem tödlichen Virus, dann häufen sich die Schreckensmeldungen aus aller Welt: Hunde zerfleischen ihre Besitzer. Schwimmer verschwinden im Ozean. An den Bäumen wächst giftiges Obst. Springfluten, Wirbelstürme und Erdbeben häufen sich in erschreckendem Ausmaß. Umweltkatastrophe oder ein heimtückischer Schlag mit biologischen Waffen?

Wer ist der Feind?
Regierung und Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel. Nur zwei Menschen wissen, was wirklich passiert ...

(© 2004 Bastei Lübbe Verlag)


Zum Autor:
Mit seinem ersten Roman, Der Zorn, katapultierte sich ein bis dato unbekannter 36-jähriger Philosophieprofessor aus Lyon an die Spitze der französischen Bestsellerliste und sorgte für Schlagzeilen in der Presse. Denis Marquet gelang mit seiner apokalyptischen Vision nicht nur ein kultverdächtiger Thriller, der das Unfassbare Wahrheit werden lässt, sondern eine Fabel über die Koexistenz von Mensch und Erde, die niemand überhören sollte.


Buchbesprechung - Rezension:

Die Apokalypse auf Französisch

Ein Philosophieprofessor und ein packender Thriller? Das muss kein Gegensatz sein, wie Denis Marquets Erstling Der Zorn beweist, der in Frankreich die Bestsellerlisten stürmte. Der Autor entwirft auf 570 Seiten eine düstere Weltuntergangsvision. Gleich mehrere Naturkatastrophen und unerklärliche Phänomene erschüttern die Vereinigten Staaten: Menschen verschwinden im Ozean oder fallen urplötzlich tot um, Hunde rotten sich zusammen und töten kleine Kinder, die Vögel verschwinden vom Himmel. In der Bevölkerung bricht Panik aus. Die amerikanische Regierung startet hektische Versuche, die Lage unter Kontrolle zu bringen, aber ohne Erfolg; Militärs und Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel. Ist das die Klimakatastrophe, der Angriff einer feindlichen Macht oder vielleicht der ultimative terroristische Anschlag?

Das Szenario ist zwar romanhaft übersteigert, erinnert aber doch an die Zeit nach dem 11. September. Und wie die amtierende amerikanische Regierung damals, ist auch der Präsident im Roman überzeugt, nur ein Krieg gegen die vermeintlich "bösen Mächte" könne seinen Staat retten. Doch es gibt auch andere Stimmen, die des Ethnologen Greg Thomas etwa, der die Kriegstreiberei der Regierung und des Militärs schnell durchschaut und sich auf die Suche nach den wahren Ursachen macht. Oder seine Frau Mary, die sich gerade im Amazonasgebiet aufhält und während eines Rituals der Yamonami-Indianer eine Vision hat: Sie erlebt die "Tage des Zorns". Hinter den Ereignissen steht keine menschliche Macht, erfährt sie, es ist die Erde selbst, die sich wehrt und sich von den Menschen befreien will.
Unterdessen ist die Menschheit auf dem besten Wege, sich selbst auszurotten. Der Präsident hat sich mit ausgewählten Wissenschaftlern und einer Gruppe von "Übermenschen" - unter ihnen auch Greg und Mary - in seinem Atombunker eingeschlossen und plant, die Erde draußen durch Bomben von dem rätselhaften Virus zu befreien, das mehr und mehr um sich greift und Menschen und Tiere tötet. Doch er scheitert, denn auch im Bunker beginnt das Virus zu wüten, nur Greg und Mary scheinen verschont zu bleiben.

Denis Marquet hat eine unverkennbare Botschaft: Nur mit und nicht gegen die Natur können wir unsere Zivilisation retten. Das ist nicht neu, aber die Form und vor allem die Radikalität, wie er seine Überzeugungen in Handlung umsetzt, sind ungewöhnlich.
Leider verliert die Geschichte im Verlauf des Romans immer mehr an Glaubwürdigkeit, worunter auch die Lesefreude leidet; und auch die Figuren Greg und Mary als Gegenpole zu einer sich vernichtenden Welt sind doch ein wenig zu edel, um authentisch zu sein. Doch wer gut recherchierte Apokalypse-Geschichten mag, der liegt mit Der Zorn richtig. Mir persönlich allerdings genügt der Blick in die Zeitung!

(© 2004 Ingrid Ickler für all-around-new-books.de)

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