Start Auf zur Büchergalerie Top 10 Specials Gewinnen Newsletter Suche
Autoren Ausgezeichnet Buch + Medien Events Marktplatz Forum Kontakt Über uns
Belletristik
Jetzt als Taschenbuch
Das Buch zum Film/zur TV-Reihe
Audiobook/DVD
Kinder und Jugend
Kinderbuch Jugendbuch
Sachbuch/Ratgeber
Für angehende Autoren/Verlage
(Wieder)entdeckt
Biblio-vieles
Für die Ewigkeit
Themen-Specials
E-Books
Software/Spiele

   
Jetzt bestellen

 


 

Kinderbuch

 
Der alte Bär muss Abschied nehmen

Autoren: Udo Weigelt/Cristina Kadmon

Lesestufe: ab 3 Jahren
gebunden, 24 Seiten
erschienen: Januar 2003
Nord-Süd
ISBN: 3-314-01249-7
Preis: 12,80 Euro

Hier bestellen:

amazon

 


Inhalt und Fazit:
Der Hase ruft die Tiere des Waldes zusammen, denn der alte Bär ist sehr krank. Als dieser merkt, dass alle vor seiner Höhle stehen, ruft er sie hinein. Er möchte Abschied nehmen, denn er weiß, bald wird er sterben. Der kleine Fuchs möchte das nicht so einfach hinnehmen und auch wissen, was nach dem Tod ist. So spricht er noch einmal mit dem Bären, doch eine klare Antwort kann dieser ihm nicht geben.
Nachdem der Bär gestorben ist erhält jedes Tier ein Andenken. Ihr Treffen einige Tage später, bei dem sie vom Bären erzählen, tut allen gut. Da kommt ein junger Bär aus dem Wald, er sucht ein neues Zuhause.

Ganz offen und sehr kindgerecht wird hier das Thema Tod behandelt. Nichts wird beschönigt, nichts verheimlicht und nichts verniedlicht. Dass Tiere die handelnden Figuren sind und in der Vergangenheit erzählt wird, bietet den Kindern ein wenig Abstand zu ihrer direkten Lebenswelt und somit einen kleinen Schonraum.
Der Dachs wacht über den Bären und mahnt die Tiere zur Ruhe - und sie halten sich daran, auch als der Bär sie ruft, weil es so ungewöhnlich still ist. Ein natürliches Gefühl für Anstand, das nicht mehr selbstverständlich ist.
Ab dem Zeitpunkt, als die Tiere die Höhle betreten, geht der Autor offen an das Thema Sterben heran. Einige Tiere „erschraken sogar ein bisschen, weil er so verändert war“ und der kleine Fuchs, dem alles so fremd ist, stellt all die Fragen, die auch einem Kind in diesem Moment durch den Kopf gehen würden.
Der Bär jedoch spricht zunächst, wie es die meisten Erwachsenen tun, in Bildern. So brauchen die Tiere einen Moment, bis sie verstehen, von welcher Reise, die er nun antritt, der Bär spricht.
Dann werden viele der Aspekte angesprochen, die einen Menschen in Bezug auf den Tod beschäftigen:
- Der Sterbende möchte Abschied nehmen.
- Die Zurückbleibenden meinen, der Sterbende könne sie nicht so einfach alleine lassen.
- Man kann sich den Zeitpunkt des Todes nicht aussuchen.
- Der Sterbende findet seinen Tod nicht schlimm, er ist nur sehr müde.
- Man ist wütend, dass ein geliebtes Wesen weg ist.
- Man will sich das Leben ohne den Toten nicht vorstellen.
- Warum stirbt man?
- Was passiert nach dem Tod mit dem Verstorbenen?

Auf die letzte Frage gibt der Bär eine schwierige Antwort: „Das weiß niemand so ganz genau“ und nennt zwei Vorstellungen. Zum einen, dass man einfach nur schläft, zum anderen, dass man in den Himmel kommt, wo man alle wieder trifft - und aufgrund eines Traumes, den er hatte, glaubt er daran.
Das Buch behandelt auch die Trauer. Als der Bär gestorben ist, gehen alle Tiere noch einmal zu ihm und streicheln seine Pfote. Die meisten Erwachsenen wünschen sich diese letzte Berührung, aber wer gesteht sie Kindern zu?
Auch auf Wunsch des Bären erhält jeder vom Dachs noch ein Erinnerungsstück. Der kleine Fuchs will es erst gar nicht, denn er weiß, er wird sich auch so immer an den Bären erinnern. Doch als er erfährt, dass es der Wunsch des Bären war, dass er den Ball nimmt, drückt er ihn fest an sich.
Die Tiere beerdigen den Bären, indem sie einen Stein vor seine Höhle rollen und den Platz davor mit Blumen schmücken. Sich noch einmal zu treffen und von dem Bären zu erzählen hilft gegen den Schmerz des Verlustes. Auch dies ist ein Vorgehen, dass von den Menschen selten praktiziert wird, aber gerade Kindern helfen wird.
Unpassend ist das Auftauchen eines neuen Bären am Ende des Buches. Es suggeriert Trost, wo keiner sein kann, wobei dieser allerdings auch nicht behauptet wird.

Die Illustrationen geben das Geschehen im Text wieder. Sie sind in gedeckten Farben gehalten und wirken sehr ruhig. Ein kleiner Ast über dem Erzähltext symbolisiert durch die Farbe seiner Blätter und herunterfallendes Laub die Lebenskraft des Bären und die Gefühle der Tiere. Über dem Text zur Beerdigung und dem Treffen erwachsen aus ihm frische, kleine Blätter und ein Schmetterling kommt angeflogen.

Ein wunderbar offenes und trotzdem behutsames Buch zu einem schwierigen Thema, das schon mit Dreijährigen gelesen werden kann und auch für Erwachsene Trost und Denkanstöße bereit hält.

Empfehlung:
Kindergarten: Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen, zum Zeigen und als Gesprächsanreiz für die Gruppe oder einzelne Kinder, die jemanden verloren haben.

Schule: Ein sehr gutes Buch für einen Einstieg in das Thema Tod, bis hinauf ins dritte Schuljahr.

(© 2004 Stefanie Brink)

******************************************************************************
Sie haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben? Dann bitte hier entlang ...


Copyright ©  all-around-new-books.de 
Alle Rechte vorbehalten. Impressum - E-Mail - Haftungsausschluss
Design und Realisierung: onlineAgentur.de GmbH

 



Alle vorgestellten
Bücher in der Galerie:
sortiert nach Autor
sortiert nach Titel


Rund um´s Buch

S e r v i c e

Weitere Lesetipps 

Die Erde von oben - für Kinder erzählt
von Yann Arthus- Bertrand

Wir Kinder aus dem Möwenweg
von Kirsten Boie