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Inhalt
und Fazit:
Der Hase ruft die Tiere des Waldes zusammen, denn der alte
Bär ist sehr krank. Als dieser merkt, dass alle vor seiner
Höhle stehen, ruft er sie hinein. Er möchte Abschied
nehmen, denn er weiß, bald wird er sterben. Der kleine
Fuchs möchte das nicht so einfach hinnehmen und auch
wissen, was nach dem Tod ist. So spricht er noch einmal mit
dem Bären, doch eine klare Antwort kann dieser ihm nicht
geben.
Nachdem der Bär gestorben ist erhält jedes Tier
ein Andenken. Ihr Treffen einige Tage später, bei dem
sie vom Bären erzählen, tut allen gut. Da kommt
ein junger Bär aus dem Wald, er sucht ein neues Zuhause.
Ganz
offen und sehr kindgerecht wird hier das Thema Tod behandelt.
Nichts wird beschönigt, nichts verheimlicht und nichts
verniedlicht. Dass Tiere die handelnden Figuren sind und in
der Vergangenheit erzählt wird, bietet den Kindern ein
wenig Abstand zu ihrer direkten Lebenswelt und somit einen
kleinen Schonraum.
Der Dachs wacht über den Bären und mahnt die Tiere
zur Ruhe - und sie halten sich daran, auch als der Bär
sie ruft, weil es so ungewöhnlich still ist. Ein natürliches
Gefühl für Anstand, das nicht mehr selbstverständlich
ist.
Ab dem Zeitpunkt, als die Tiere die Höhle betreten, geht
der Autor offen an das Thema Sterben heran. Einige Tiere „erschraken
sogar ein bisschen, weil er so verändert war“ und
der kleine Fuchs, dem alles so fremd ist, stellt all die Fragen,
die auch einem Kind in diesem Moment durch den Kopf gehen
würden.
Der Bär jedoch spricht zunächst, wie es die meisten
Erwachsenen tun, in Bildern. So brauchen die Tiere einen Moment,
bis sie verstehen, von welcher Reise, die er nun antritt,
der Bär spricht.
Dann werden viele der Aspekte angesprochen, die einen Menschen
in Bezug auf den Tod beschäftigen:
- Der Sterbende möchte Abschied nehmen.
- Die Zurückbleibenden meinen, der Sterbende könne
sie nicht so einfach alleine lassen.
- Man kann sich den Zeitpunkt des Todes nicht aussuchen.
- Der Sterbende findet seinen Tod nicht schlimm, er ist nur
sehr müde.
- Man ist wütend, dass ein geliebtes Wesen weg ist.
- Man will sich das Leben ohne den Toten nicht vorstellen.
- Warum stirbt man?
- Was passiert nach dem Tod mit dem Verstorbenen?
Auf
die letzte Frage gibt der Bär eine schwierige Antwort:
„Das weiß niemand so ganz genau“ und nennt
zwei Vorstellungen. Zum einen, dass man einfach nur schläft,
zum anderen, dass man in den Himmel kommt, wo man alle wieder
trifft - und aufgrund eines Traumes, den er hatte, glaubt
er daran.
Das Buch behandelt auch die Trauer. Als der Bär gestorben
ist, gehen alle Tiere noch einmal zu ihm und streicheln seine
Pfote. Die meisten Erwachsenen wünschen sich diese letzte
Berührung, aber wer gesteht sie Kindern zu?
Auch auf Wunsch des Bären erhält jeder vom Dachs
noch ein Erinnerungsstück. Der kleine Fuchs will es erst
gar nicht, denn er weiß, er wird sich auch so immer
an den Bären erinnern. Doch als er erfährt, dass
es der Wunsch des Bären war, dass er den Ball nimmt,
drückt er ihn fest an sich.
Die Tiere beerdigen den Bären, indem sie einen Stein
vor seine Höhle rollen und den Platz davor mit Blumen
schmücken. Sich noch einmal zu treffen und von dem Bären
zu erzählen hilft gegen den Schmerz des Verlustes. Auch
dies ist ein Vorgehen, dass von den Menschen selten praktiziert
wird, aber gerade Kindern helfen wird.
Unpassend ist das Auftauchen eines neuen Bären am Ende
des Buches. Es suggeriert Trost, wo keiner sein kann, wobei
dieser allerdings auch nicht behauptet wird.
Die
Illustrationen geben das Geschehen im Text wieder. Sie sind
in gedeckten Farben gehalten und wirken sehr ruhig. Ein kleiner
Ast über dem Erzähltext symbolisiert durch die Farbe
seiner Blätter und herunterfallendes Laub die Lebenskraft
des Bären und die Gefühle der Tiere. Über dem
Text zur Beerdigung und dem Treffen erwachsen aus ihm frische,
kleine Blätter und ein Schmetterling kommt angeflogen.
Ein wunderbar offenes
und trotzdem behutsames Buch zu einem schwierigen Thema, das
schon mit Dreijährigen gelesen werden kann und auch für
Erwachsene Trost und Denkanstöße bereit hält.
Empfehlung:
Kindergarten:
Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen, zum Zeigen und
als Gesprächsanreiz für die Gruppe oder einzelne
Kinder, die jemanden verloren haben.
Schule:
Ein sehr gutes Buch für einen Einstieg in das Thema Tod,
bis hinauf ins dritte Schuljahr.
(©
2004 Stefanie Brink)
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