|
Inhalt:
Es
gibt schon einige Bücher über Scheidungen, aber nur wenigen
gelingt es, auch wirklich gute Geschichten zu erzählen. Jacqueline
Wilson gelingt dies mit "Das Kofferkind": Andrea
West ist 10 Jahre alt, als sich ihre Eltern scheiden lassen.
Das Sorgerecht haben beide und da Andy sich nicht für einen
Elternteil entscheiden kann, pendelt sie wochenweise zwischen
Mutters und Vaters neuer Familie hin und her.
Für Andy beginnt ein schmerzhafter Prozess des sich Anpassens.
Ihre Eltern streiten sich nach wie vor, die Stiefeltern sind
auch nicht das Wahre, ganz zu schweigen von den neuen Geschwistern.
Jetzt hat Andy zwar zwei Schlafzimmer, aber keinen Platz,
der nur ihr gehört - kein Zuhause mehr. Sie fühlt sich allein,
hin und hergerissen und sehnt sich zurück in die Zeit, als
die Eltern noch zusammen waren.
In der Schule sinken ihre Leistungen, ihre Freunde entfernen
sich von ihr und Andy weiß nicht, wie sie das alles zusammenbringen
soll. Andys Trost ist zunächst nur ihr Stoffkaninchen Radieschen,
das sie überall mit hinschleppt. Und Zuflucht findet sie,
wenn ihr alles zu viel wird, in einem alten Garten mit einem
Maulbeerbaum, der sie an früher erinnert. Aber schließlich
fängt sie zaghaft an, sich mit ihrer Situation zu arrangieren.
Fazit:
Jacqueline
Wilson bietet keine einfachen Lösungen an. Stattdessen verfolgt
sie Andys Weg chronologisch - in 26 Kapiteln, die dem Alphabet
folgen - in ihrem neuen Leben. Wie früher wird ihr Leben nicht
mehr sein, aber am Ende zeichnet sich ab, dass es mit der
Zeit besser wird. Ein ehrliches, emotional ansprechendes Buch
mit einer überzeugenden Andy - nicht nur für Kinder, die eine
ähnliche Situation durchleben.
(©
2001 Katja Theiß)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben?
Dann bitte hier
entlang ...
|