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Inhalt:
Frau Adelheid Schneck bereitet sich auf einen großen Abend vor: Sie hat wieder einen Auftritt in der Schneckenoperette und singt die Hauptrolle. Doch der Weg zur Oper ist weit und nicht ohne Hindernisse. Und manchmal können Schnecken sogar zu schnell sein.
»Eigentlich
müßte der kleine Norbert vor Stolz und Aufregung
Luftsprünge machen. Wer hat zu Hause schon eine Mama,
die in der Oper die Hauptrolle singt? Doch Norbert foutiert
sich darum. Theater interessiert ihn nicht, mault er, während
er verdrossen neben dem Kronleuchter an der Wohnzimmerdecke
klebt und seine Mutter sich vor dem Spiegel für den Ausgang
feinmacht: Frische Salatblätter am Dekolleté,
etwas Blütenstaubpuder ums Näschen.
Das Ritual, in die Oper zu gehen, ist ein Schneckentheater
für sich und erstreckt sich über 16 Bilderbuchseiten.«
Zur
Autorin:
Geboren
am 1.2.1950 in Wiesbaden. Baron Nikolai von Sass, ein russischer
Emigrant, war Bilanzbuchhalter, Volkslehrer, Musiker und Ingenieur
und hatte die irrsinnige Vorstellung, aus Tatjana ebenfalls
eine Ingenieurin zu machen. Zum Glück förderte die
Mutter, Tänzerin am Hessischen Staatstheater, das künstlerische
Talent ihrer Tochter. Als Ausgleich zur »Misere Schule«
besuchte Tatjana Hauptmann schon mit 13 die Werkkunstschule
Offenbach. Nach einer Graphiklehre an der Werkkunstschule
Wiesbaden
kam
sie 1970 zum Fernsehen, wo sie Mainzelmännchen zeichnete.
Danach begann sie, realistische Zeichnungen in Galerien auszustellen,
bis es ihr graute und sie nach dem Erfolg ihres ersten Kinderbuchs
Dorothea Wutz endlich das tun konnte, was
sie wollte: »Was machen für mich, zur Freud'.«
Mit ihrem Großen Märchenbuch
bewies sie, dass sie nicht nur sich selbst Freude machen kann.
(© 2004 Diogenes Verlag)
Buchbesprechung
- Rezension:
Wer glaubt, dass nur erwachsene Menschen in schicker Kleidung
in die Oper gehen, der täuscht sich gewaltig. Auf gar
keinen Fall kennt er die Familie Schneck: Frau Adelheid Schneck
ist nämlich ein Star in der Schneckenoper. Und heute
ist es mal wieder soweit, sie hat einen großen Auftritt.
Den ganzen Nachmittag rekelt sie sich vor dem Spiegel, "um
ihrer Rolle den letzten Schliff zu geben", wie sie meint.
Ihr Mann Alfred ist auch schon fertig und hat die Fliege angelegt,
nur der Sohn Norbert, der langsamste Schneck der Gegend, trödelt
mal wieder. Frau Schneck hat richtig Lampenfieber, und die
Zeit scheint zu verfliegen. Es ist aber auch ärgerlich,
dass noch niemand Schneckenuhren erfunden hat, die langsamer
ticken. Plötzlich großes Entsetzen: Frau Schneck
stellt fest, dass ihre Abendstola welk und von Raupen zerfressen
ist. Dann gibt es noch das Abenteuer mit der Radkappe eines
Autos, das Norbert angezettelt hat und das beinahe matschig
geendet hätte. Na, ist ja noch mal gutgegangen, nur die
Fliege von Herrn Schneck ist weg. Gerade noch rechtzeitig
gelingt es der Diva, die Bühne zu erreichen, auf der
sie stürmisch gefeiert wird. Wer sagt, da, dass Schnecken
gar nicht singen können? Als ob es darauf ankäme.
Adelheid
geht in die Oper von Tatjana Hauptmann ist ein witziges
Bilderbuch, das bereits 1980 unter dem Titel "Adelheid
Schleim" (blöder Titel) erschienen ist, lange
vergriffen war und in diesem Sommer neu aufgelegt wurde. Das
Reizvolle sind die fantastischen, detailreichen, kolorierten
Tuschezeichnungen, die ein bisschen antiquiert wirken, aber
gerade dadurch ihren Charme erhalten und auf denen es unendlich
viele komische Überraschungen zu entdecken gibt.
Leseempfehlung:
Ein liebenswürdiges Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahre
(©
2004 Hartmut Faustmann für all-around-new-books.de)
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