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Jetzt bestellen: "Im Regen stehen" von Zoran Drvenkar

 


 

Jugendbuch

 
Im Regen stehen

Autor: Zoran Drvenkar

Lesestufe: ab 14 Jahre
Taschenbuch, 222 Seiten
erschienen: 2000
Rotfuchs (Rowohlt)
ISBN: 3-499-20993-4
Preis: 7,50 Euro
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Inhalt:
Der/die LeserIn begleitet Zoran in den ersten Jahren in der Berliner Wohnung, erlebt die Streitereien in der Familie, den vorübergehenden Auszug des Vaters, die Depressionen der Mutter. Er/sie erfährt von Zorans Zweifeln und Unsicherheiten, seinen sexuellen Begierden, Verliebtheiten, seinen Schulproblemen und: seiner Clique. Zoran ist der Held, als er nachts einen Weg in den Supermarkt bahnt - Klauen ist hier fast schon anarchischer Akt. Die Jungs entfremden sich, gehen getrennte Wege, und Zoran gerät in eine Abhängigkeit zu Adrian, die bis zum sexuellen Missbrauch führt. Freunde? Er verweigert sich erst, als Adrian Martina und Ilona in den Keller lockt, diese betäubt - "eine für dich, eine für mich. Na, ist das eine Überraschung?".

Das Gelesene geht so nah, weil es einer tieferen Wahrheit folgt, die verstört, anrührt, betroffen macht und nicht mehr loslässt. Zoran Drvenkar schreibt über Jungen, den Alltag in Berlin in bestimmten sozialen Verhältnissen. Die Dichte, mit der er dies tut, und die Thematik findet man selten in der Kinder-/Jugendbuch-Literatur; der Autor Mats Wahl wäre da noch zu nennen.

Fazit:
"Im Regen stehen" besticht durch die Direktheit seiner Sprache, durch das Anpacken harter Realitäten ohne Larmoyanz, durch eine fast wehmütige Poesie und Sanftheit, die nicht konträr zu der Härte und Gewalt in diesem Buch stehen. Mag sein, dass Zoran Drvenkar mit diesem Jugendroman "erneut kinderliterarische Tabus" mit der Schilderung von Gewalt, kriminellen Handlungen, Missbrauchszenen bricht - und einige (hoffentlich wenige!) dieses Buch als für Kinder unzumutbar empfinden. Dann verstehen sie wenig von Kindheit und sollten zu anderen Büchern greifen!

Zoran Drvenkar ist hier eine beeindruckende Geschichte über Kindheit und Jugend, über Freundschaft, Treue, Liebe und Gewalt gelungen. Fesselnd und anrührend schreibt er über eine Kindheit im Berlin der 70er Jahre - mit Stacheln und Kanten, den Dingen, die manche so ungern im Jugendbuch lesen, und autobiografischen Bezügen.

Identität oder Anknüpfungspunkte für eine Auseinandersetzung schaffen hier nicht gleiche oder ähnliche Erlebnisse der LeserInnen - sondern das, was darunter liegt an Ängsten, Enttäuschungen, Wut, Trauer, Begierden, aber auch an Wärme und Vertrauen - zuallererst aber das, was in einem selbst liegt. Beeindruckend und intensiv! Gradlinig, hart und zärtlich zugleich .

(© 2001 Katja Theiß)


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Rund um´s Buch

S e r v i c e

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