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Inhalt:
Als
Esther 15 wird, bekommt sie ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk,
nämlich ein Foto von Albert Einstein. Damit beginnt ihr
"Albertisierungsprozess", die wachsende Faszination,
die das Denken Albert Einsteins auf sie ausübt. Dies
hängt auch damit zusammen, dass auf dem Foto noch jemand
zu sehen ist, den jedoch nur wenige entdecken: Nils, der Beobachter.
Schritt für Schritt macht er Esther mit den Widersprüchen
und Unklarheiten des naturwissenschaftlichen Weltbilds vor
Einstein vertraut. Und dann zeigt er ihr, wie Einstein allein
mit den Mitteln des logischen Denkens seine revolutionäre
Theorie entwickelt, in der die alten Widersprüche aufgehoben
sind.
Der
Roman der Relativitätstheorie. Keine leichte Lektüre,
aber eine Herausforderung für alle, denen Denken Spaß
macht.
(©
2003 Gerstenberg Verlag)
Fazit:
"Was
Sie schon immer über die Relativitätstheorie wissen
wollten, aber nie verstanden haben" - so könnte
der Titel des Jugendromans Der Herr Albert von Frank
Vermeulen auch lauten. Der Autor erzählt darin die Geschichte
der 15-jährigen Esther, die an ihrem Geburtstag ein signiertes
Foto von Albert Einstein geschenkt bekommt, das schon lange
in Familienbesitz ist und immer weiter vererbt wird. Esthers
Großvater hat Einstein gut gekannt und hofft, mit dem
ungewöhnlichen Geschenk die Neugier seiner Enkelin für
die Theorien des großen Wissenschaftlers zu wecken.
Dabei hat er einen geheimnisvollen Verbündeten mit Namen
Nils, der Beobachter, der in Esthers Foto "wohnt"
und dem jungen Mädchen nachts die Relativitätstheorie
erklärt. Durch ihn wird Esther "albertisiert",
d. h. sie wird offen für Einsteins Vorstellungen und
will verstehen, was seine Theorien bedeuten. Nils beschreibt
die komplizierten Gedankengänge Einsteins sehr anschaulich
und nach und nach beginnt Esther sie zu verstehen. Darüber
hinaus erliegt sie, der Mathe- und Physikmuffel, der Faszination
wissenschaftlichen Denkens. Der Roman endet mit einem Ausblick
in die Zukunft: Auch sie wird als Mutter versuchen, ihre Tochter
zu "albertisieren".
Vermeulens
Anliegen, Physik einem jugendlichen Publikum verständlich
zu machen, ist, genau wie Jostein Gaarders Versuch, Jugendlichen
die Philosophie nahezubringen, sehr löblich. Doch mehr
noch als in "Sophies Welt" wirkt die Romanhandlung
in Der Herr Albert bemüht und aufgesetzt. Der
Autor erreicht sein Ziel, die Theorien Einsteins anschaulich
zu machen, nur, wenn die jugendlichen Leser bereit sind, konzentriert
zu lesen und geduldig mitzudenken. Wissenschaft in einem Jugendroman
zu vermitteln, ist schwer und ein wirklich interessierter
Jugendlicher wird eher zu einem gut geschriebenen Sachbuch
greifen, um sich die Materie vertraut zu machen. Wer wiederum
eine gute Geschichte sucht, wird bei Vermeulen nicht fündig
werden. So schreibt der Autor leider an seiner Zielgruppe
vorbei.
(©
2004 Ingrid Ickler für all-around-new-books)
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