|
Inhalt:
Nach sechzehn Jahren besucht Mitch Albom seinen alten, kranken
Lieblingsprofessor wieder und staunt: So sehr die tödliche
Krankheit ihn gezeichnet hat, so hat Morrie darüber doch
nicht seinen Humor, seine Würde und seinen Mut verloren.
In diesem Geist des "trotz alledem" beginnen die
Gespräche mit Morrie. Jeden Dienstag, vierzehn Wochen
lang. Gespräche über unser Leben und unsere Kultur,
über Ehe und Familie, über die Arbeit und soziales
Engagement, übers Verzeihen und über das, was uns
das Leben geschenkt und was es uns vorenthalten hat, über
Glück und Abschiednehmen, über die Reue und die
Angst vorm Älterwerden. Diese anregenden Zusammenkünfte
lassen nicht nur den Professor in Ruhe dem eigenen Tod entgegengehen
- sie verändern auch Mitch Alboms Leben für immer.
(©
1998 Goldmann Verlag)
Buchbesprechung - Rezension:
Mitch Albom ist wirklich Sportjournalist. Und auch Morrie,
diesen liebenswürdigen alten Professor, hat es wirklich
gegeben. Auch die Dienstage - und auch die Gespräche.
Morrie
erfährt im Sommer 1994, dass er an ALS - Amyothrophe
Lateralsklerose - litt, eine unheilbare Nervenkrankheit, in
deren Verlauf der Patient die Kontrolle über sich verliert,
sich nicht mehr bewegen kann, nicht mehr sprechen und irgendwann
auch nicht mehr atmen kann. Morrie Schwartz stirbt im November
1995, aber nicht, ohne der Welt etwas Einzigartiges hinterlassen
zu haben. Etwas, das jeder Mensch eigentlich in sich trägt,
es aber nicht sehen kann oder sehen will oder nicht weiß,
wie er's finden kann.
Der
vom Erfolg verwöhnte Mitch sieht zufällig in einer
Talkshow im Fernsehen seinen alten Professor wieder. Der Gedanke,
dass der alte Herr sterben wird und er es versäumt hat,
ihm nach seinem Universitätsabschluss auch nur ein wenig
Zeit zu widmen, bestürzt ihn. Fortan fliegt er jeden
Dienstag zu Morrie. Sie reden - über Gott und die Welt
sozusagen.
Und
Mitch veröffentlichte die Gespräche nur deshalb,
um seinem alten Professor die Arztkosten zu finanzieren. Das
Buch wurde ein Bestseller. Man fragt sich: Warum?
Die Antwort ist so einfach: Weil dieses Buch und die Gedanken
von Morrie Schwartz so absolut ehrlich sind und uns den eigentlichen
Sinn des Lebens in klaren und einfachen Worten vor Augen führen.
Den Sinn, den wir letztendlich alle suchen und der zum Greifen
nahe liegt. Nicht das Hechten nach Erfolg, nach Geld und anderen
materiellen Dingen oder das Machtgehabe wird uns zum Sinn
des Lebens führen. Morrie sagte: "Sie erwarten von
diesen Dingen eine Sinngebung, eine liebevolle Umarmung. Aber
es funktioniert nicht. Man kann Liebe, Sanftheit, Zärtlichkeit
oder Vertrauen nicht durch materielle Dinge ersetzen."
Und Morrie spricht über alle diese Dinge, ohne sie in
Rätsel zu packen. Es ist die Anleitung zum Glücklichsein
par excellance.
Und
dann wäre da noch ein weiterer Punkt: Da ist ein alter
Professor, der seine Schüler eine lange Zeit begleitet
hat und das Leben kannte. Wo gibt es heute noch einen solchen
Professor, einen solchen Lehrer, der seinen Schülern
wirklich was beibringt, sich um jeden einzelnen bemüht,
statt sehnsüchtig auf seine 12 Wochen Ferien und das
Klingelzeichen am Ende der Stunde zu warten? Wo sind all diese
Dinge: Das Zuhören, das Achten meines Mitmenschen, das
"auf den Weg bringen", die Liebe, das Verständnis
für einen Menschen oder eine Sache?
Die Wahrheit ist: Sie sind alle längst in uns. Wir müssen
Sie nur auspacken. Und wie das geht und worum es letztendlich
im Leben wirklich geht, zeigen uns nicht die vielen Magazine,
die Fernsehsendungen oder andere hochspirituelle Bücher,
sondern Morrie, dieser liebenswürdige alte Professor,
der nicht mehr viel Zeit hat und doch jeden Tag genießt
- in so einfacher und klarer Weise, dass es schon fast beschämend
wäre, nicht seinen Worten zu folgen.
Ein
wirklich überzeugendes Buch, das hoffentlich noch recht
lange auf den Bestsellerlisten zu finden sein wird.
(©
2001 Evelyn Schaust-Weber)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben?
Dann bitte hier
entlang ...
|