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Für die Ewigkeit

Reise ans Ende der Nacht

Autor: Louis-Ferdinand Céline
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel

Taschenbuch, 671 Seiten
erschienen: Mai 2004
Rowohlt
ISBN: 3-499-23658-3
Preis: 12,90 €

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Inhalt:
Erzählt wird die Lebensreise des Ferdinand Bardamu. Der Medizinstudent meldet sich zur Mobilmachung 1914 als Freiwilliger, doch schnell lernt er den Krieg als einen apokalyptischen Kreuzzug zur Vernichtung der "lästigen Armen" kennen. Nach dem Krieg verschlägt es Bardamu nach Afrika; er erlebt Lüge und Elend des Kolonialismus und wird schließlich todkrank von Eingeborenen auf eine Galeere Richtung Amerika verschachert. Schließlich kehrt er nach Frankreich zurück und wird Armenarzt. Auch dort hat er die gleichen Erlebnisse, die nach Célines Erfahrung das menschliche Dasein ausmachen: Armut, und daraus folgend: Haß, Gemeinheit und Verbrechen.
"Die Reise" zeichnet sich durch eine schockierend genaue und düstere Wiedergabe sozialer Verhältnisse aus. Um diese "höllisch reale" Menschenwelt entstehen zu lassen, schuf Céline eine eigene Sprache voller Stilbrüche, zwischen Argot, Hoch- und Kunstsprache, die erst in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel auch auf Deutsch zu ihrem Recht kommt
.

(© 2004 Rowohlt Verlag)


Buchbesprechung - Rezension:

Der Roman Reise ans Ende der Nacht von Louis-Ferdinand Céline, der zum großen Teil auf biografischen Erlebnissen beruht, hat soviel Kraft und Hass in sich, dass es schon erschreckend wirkt. Durch die Neuübersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel ist ein Stück Weltliteratur in Deutsch zu lesen bzw. in zeitgenössischer Fassung wieder zu lesen.

„Man kann auf allerlei Arten zum Tode verurteilt sein. Ach! Was hätte ich in diesem Moment darum gegeben, im Gefängnis zu sein statt hier, ich Idiot! Wenn ich, zum Beispiel, voraussehend, etwas gestohlen hätte, als das noch leichter möglich war, irgendwo, als noch Zeit dazu war. Man denkt an nichts! Aus dem Gefängnis kommt man lebendig raus, aus dem Krieg nicht. Alles andere ist Geschwätz.“
Diese Zeilen aus Reise ans Ende der Nacht lassen die geniale Doppelbödigkeit, den sprachlich spezifischen Duktus und die kompromisslose Antikriegshaltung des Erzählers bzw. des Autors erkennen. Auf mehr als 650 Seiten erlebt man das sprachliche Feuerwerk eines Ausnahmeliteraten.

Bardamu, den Icherzähler, begleitet der Leser in die Wirren des Ersten Weltkrieges, nach Afrika, nach Amerika und in die Pariser Vorstadt, wo der vom Leben gebeutelte Protagonist als Armenarzt tätig ist. Dieser Antiheld ist ständig auf der Suche, und wird immer wieder enttäuscht. Sein Idealismus zeigt ihm am Ende immer die ganze Hoffnungslosigkeit, in der sich die Menschen befinden. Ein Roman der Desillusionierung, der trotzdem Mut macht.
Auch die Empathie, die den Leser aufgrund der genauen Zeichnung der Figuren befällt, verdankt der Roman der Sprache des Autors.
Obwohl über 70 Jahre alt, hat dieses Buch nichts an Aktualität verloren. Wer diesen Céline liest, der wird immer wieder seinen Kultstatus anerkennen müssen. Mit seiner Reise ans Ende der Nacht hat er Maßstäbe gesetzt, wie Joyce und Proust.

Auch wenn Céline wegen seiner antisemitischen Äußerungen und seiner Nähe zum Faschismus als Mensch (wie auch Pound und Hamsun) umstritten war und ist, gehört dieser Roman zur Weltliteratur, sein Autor zur Riege der außergewöhnlich genialen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der moderne Schelmenroman von Céline - in dieser zeitgenössischen Übersetzung - ist ein Geschenk an die Lesenden.

(© 2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

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Rund um´s Buch

S e r v i c e

Hinweis
Die vorliegende Neuübersetzung folgt der von Henri Godard nach der französischen Erstausgabe von 1932 überarbeiteten Fassung, erschienen 1981 bei Gallimard in der Bibliothèque de la Pléiade.
Die Originalausgabe
erschien ...

unter dem Titel
"Voyage au bout de la nuit".

Außerdem
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Hardcover

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