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Inhalt:
PISA brachte es auf
den Punkt: Deutsche Kinder lesen zu wenig! Simone Leinkauf
zeigt, wie diesem Defizit begegnet werden kann.
In diesem Buch verzichtet sie ganz bewusst auf einen Kanon
der Kinderliteratur, die »das Kind« gelesen haben
muss. Ihr geht es nicht ums »Lesen müssen«
oder um »Bildung«, sondern um das pure Vergnügen
an Geschichten und Literatur.
Und wenn Kinder erst einmal den Spaß am Lesen entdeckt
haben, ist er ihnen kaum wieder auszutreiben auch nicht
durch das neueste Computerspiel.
Welche Art von Büchern werden vorgestellt?
Spannende und erfolgreiche Bücher aus allen Genres der
Kinder- und Jugendliteratur für alle Altersgruppen:
Bilderbücher, Sachbücher, Krimis, Abenteuer-, historische
und Gegenwartsromane, Geschichten aus magischen Welten, Religiöses
... Und das alles topaktuell einschließlich der Neuerscheinungen
des Frühjahrs 2004!
Das Besondere an diesem Titel ist zudem, dass er nicht ausschließlich
an Eltern gerichtet ist, sondern auch für Lehrer, Erzieher,
Biblothekare und Buchhändler als Arbeitsmittel oder Orientierungshilfe
gelten kann. Hier findet jeder das Richtige, Tipps und Anregungen.
Und Großeltern, Tanten und Onkel auf Geschenksuche erfahren
endlich, was zur Zeit »in« ist!
Die
Autorin:
Dr. Simone Leinkauf hat in
Freiburg, Berlin und Wien Germanistik, Ethnologie, Geschichte,
Philosophie und Volkswirtschaftslehre studiert. Sie hat einen
Magister in Germanistik, Ethnologie und Geschichte, ist diplomierte
Volkswirtin und Doktor der Gemanistik.
Sie arbeitet heute als Journalsitin u. a. für Die Woche,
Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel, Stuttgarter Zeitung,
Capital und Buchmarkt. Sie schreibt auch Beiträge fürs
Fernsehen und war Lehrbeauftagte an der Berliner FHTW.
Simone Leinkauf ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter
von 13, 9, 6 und 1 Jahr/en.
(©
2004 Beust Verlag)
Buchbesprechung
- Rezension:
Im vorigen Jahr entdeckte ich bei den Neuerscheinungen den
Titel Leseratten, Bücherwurm & Co. Ich bestellte
ihn sofort und war hellauf begeistert. Der Beust-Verlag hat
dieses Buch nun überarbeitet und unter einem neuen Titel
wieder herausgebracht: Was Kinder gerne lesen und
Eltern darüber wissen müssen trifft den Inhalt
sehr gut.
Die Autorin hat einige Buchvorschläge ausgetauscht, es
kam noch ein neues Kapitel hinzu und der einzige wirkliche
Mangel wurde behoben: es gibt nun ein Autoren- und ein Titelverzeichnis.
Das neu hinzu gekommene Kapitel nennt sich Grenzgänger
Bücher ohne Altersbeschränkung und
ist noch einmal in einige Themenbereiche unterteilt. Hier
findet der Leser Titel, die oftmals auch in den Belletristikabteilungen
der Buchhandlungen und nicht nur in der Jugendbuchabteilung
stehen. Wie schon bei meiner ersten Lektüre hätte
ich zu gerne sofort zu einigen der vorgestellten Titel gegriffen.
Lesen! Für viele Kinder und Jugendliche leider kein Zauberwort,
das Faszination weckt, sondern eher der Auslöser für
den Drang wegzulaufen. Vor allem mit guten Buchtipps, aber
auch durch qualifizierte Ausführungen gibt Simone Leinkauf
Hilfen auf dem Weg, Kindern die Freude am Lesen zu vermitteln.
Sie möchte Eltern, die vor der Frage stehen, welches
Buch sie ihren Kindern geben sollen, eine Hilfestellung bieten
und tut dies auch. Die getroffene Titelauswahl ist, wie sie
selber sagt, subjektiv und nicht nur an der Frage der Qualität,
sondern auch daran orientiert, inwieweit die jungen Leser
den Titel schätzen werden. Mit Ausnahme der Klassiker
handelt es sich ausschließlich um Neuerscheinungen der
letzten fünf Jahre, wobei die meisten Titel sogar aus
den letzten zwei Jahren stammen.
Schon das Inhaltsverzeichnis zeigt, dass dieses Buch von jemandem
geschrieben wurde, der sich mit Kinder- und Jugendliteratur
auskennt. Gut aufgebaut werden alle Bereiche der Literatur
dieses Genres behandelt und zusätzlich gibt es noch Informationen
zu den Medien Zeitschriften und Internet für Kinder-
und Jugendliche, denn auch dort gibt es viel zu lesen.
Nachvollziehbar erläutert die Autorin die Entscheidungen
bezüglich Aufbau und Inhalt des Buches. So sehr sie gute
und anspruchsvolle Literatur schätzt, ist sie doch Realistin
genug zu berücksichtigen, dass Bücher oder Zeitschriften,
die zwar literarisch als weniger wertvoll gelten, gerade für
leseunwillige Kinder ein Einstieg sein können. Ziel muss
es sein, diesen Kindern und Jugendlichen erst einmal zu zeigen,
dass Texte etwas Wundervolles und Faszinierendes sein können.
Die Einführung zur Leseförderung hat zwar nur einen
Umfang von dreißig Seiten, fasst aber für den Laien,
also auch für Eltern, verständlich die wichtigsten
Argumente und Hinweise zu diesem Thema zusammen. Danach weiß
der Leser, welche Möglichkeiten es gibt, Kinder und Jugendliche
zum Lesen zu animieren und die Begeisterung fürs Buch
zu wecken.
Nach diesem Vorwort erwartet man nur noch eine Vorstellung
der ausgewählten Titel, doch darauf beschränkt sich
die Autorin nicht. Wieder führt sie bei den einzelnen
Genres wichtige Aspekte zu diesem Teilgebiet und ihrer Titelwahl
aus. So werden das ganze Buch hindurch wichtige Informationen
zum Leseverhalten gegeben, bei deren Berücksichtigung
die Leselust geweckt werden kann.
Die Rezensionen selbst sind sehr unterschiedlich gehalten.
Die meisten sind ausführlich genug, um sich das Buch
gut vorstellen zu können, einige so knapp, dass kaum
mehr als der Titel und das Thema bekannt werden. Die meisten
jedoch sind sehr aussagekräftig und wecken die Lust,
das vorgestellte Buch sofort in die Hand zu nehmen. Mir zumindest
ging es in zwanzig Fällen so, wobei ich eine Vielzahl
der vorgestellten Titel bereits kenne. Dazu kommen noch Lesetipps
am Ende jedes Kapitels, in dem nur die bibliografischen Daten
aufgeführt sind.
Sehr lobenswert ist die Auswahl der vorgestellten Titel. Sie
zeigt, dass die Autorin sich wirklich mit dem Thema auseinander
gesetzt hat, denn es sind Bücher von verschiedenen großen
und kleinen, bekannten und unbekannten Verlagen und Autoren.
Zudem sind die meisten von ihnen von den Verlagen nicht besonders
beworben worden. Simone Leinkauf hat sich durch das Angebot
der letzten Jahre gearbeitet und eine gute und umfangreiche
Auswahl vorgestellt.
Obwohl diese relativ neutral ist, liegt doch ein Schwerpunkt
bei Titeln, die in ihrer Themenwahl und vor allem der Sprache
modern sind, damit auch eher dem Stil der heutigen Jugend
entsprechen, für die sie ja ausgewählt wurden. Es
finden sich viele Titel, mit denen bekannte Autoren für
Erwachsene ihren ersten Jugendroman geschrieben haben, z.
B. von Isabel Allende.
Ebenso gut sind die beiden Kapitel zu Kinderzeitschriften
und zu interessanten Angeboten im Internet. Den Abschluss
bilden eine Literaturliste mit weiterführenden Büchern
für Eltern und einer Adressliste mit Gesellschaften,
deren Ziel die Leseförderung ist.
Neben dem hervorragenden Inhalt zeichnet sich das Buch auch
durch ein gutes Layout aus. Jedes der elf Themenkapitel wird
mit einem stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Foto eingeleitet.
Einer kurzen Einführung folgen die durch klare Überschriften
gekennzeichneten Unterkapitel. Die einzelnen Buchvorstellungen
sind deutlich durch Absätze voneinander getrennt und
die bibliografischen Angaben am Ende einer jeden Rezension
sind durch Kursivschrift und ein kleines Buchemblem hervorgehoben.
Auch die Sprache ist einfach gehalten, so dass pädagogisch
nicht vorgebildete Leser das Buch problemlos verstehen.
Zusammenfassend lässt sich dieses Buch allen Eltern empfehlen,
die ihre Kinder ans Lesen heranführen möchten und/oder
Literaturempfehlungen für ihren Nachwuchs suchen. Aber
auch Erzieher, ob Kindergärtnerinnen oder Lehrer/innen,
finden hier viele Hinweise und Tipps. Nicht zuletzt können
auch Jugendliche das Buch zur Hand nehmen, um sich selbst
zu orientieren.
(©
2004 Stefanie Brink)
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