Start Auf zur Büchergalerie Top 10 Specials Gewinnen Newsletter Suche
Autoren Ausgezeichnet Buch + Medien Events Marktplatz Forum Kontakt Über uns
Belletristik
Sonstiges Biografie Science Fiction/Fantasy Krimi/Thriller Historischer Roman Roman/Erzählung
Und jetzt als Taschenbuch
Das Buch zum Film/Fernsehen
Audiobook
Kinder und Jugend
Sachbuch/Ratgeber
Sachbuch/Ratgeber
Sachbuch/Ratgeber
Sachbuch/Ratgeber
Sachbuch/Ratgeber
Sachbuch/Ratgeber
E-Books
Software/Spiele

   
 
Jetzt bestellen: "Die Woche mit Sarah"
 


 

Roman/Erzählung

Die Woche mit Sara

Autor: Carl Jonas Love Almqvist

gebunden mit Schutzumschlag, 159 Seiten
erschienen: März 2004
Kindler
ISBN:
3-463-40457-5
Preis: 14,90 Euro

Hier bestellen:

amazon

 

Klappentext:
Keine belletristische Veröffentlichung hat in Schweden jemals so viel Aufsehen erregt wie das Erscheinen dieses kleinen Romans im Jahr 1839. Beschimpft als "Sittenverderber" und "Verführer der Jugend" verlor Almqvist seine Anstellung und floh schließlich wegen eines drohenden Prozesses nach Amerika.

Auf einer Schiffsreise über den Mälarsee sieht der junge Sergeant Albert eine hübsche junge Frau und verliebt sich in sie. Doch all seine Versuche, die junge Dame kennen zu lernen, schlagen fehl: Sara lässt ihn abblitzen. Sie wirft sogar ein Geschenk von ihm, einen Ring, den er einem einfachen Bauernmädchen auf dem Schiff abgekauft hat, in hohem Bogen über die Reling. Erst bei einem Landgang kommen sich die beiden etwas näher. Doch die Glasermeisterstochter Sara Videbeck ist nicht nur eine anziehende, sondern auch eine erstaunliche Frau, die den Sergeanten mit ihrem Benehmen irritiert und in den Bann zieht. Sie besteht darauf, ihr Essen selbst zu bezahlen, sie schlägt Albert vor, zusammen in dem einzigen noch freien Zimmer der Herberge zu übernachten, und sie hält ein flammendes Plädoyer für die freie Liebe.

(© 2004 Kindler Verlag)


Buchbesprechung - Rezension:
Zunächst wirkt die Protagonistin dieses Romans, Sara Videbeck, ein wenig distanziert, ja vielleicht hochnäsig. Warum verhält sich dieses Dorfmädel so zickig gegenüber dem jungen Offizier, der ihr den Hof macht? Soll doch froh sein darüber. Wir lesen ein Buch von 1839, und zu dieser Zeit waren Frauen in der Realität und in der Literatur nun mal glücklich, wenn man(n) um sie geworben hat und sie endlich geheiratet wurden. Soweit unsere Vorstellung und Erwartungshaltung. Aber Sara ist anders. Sie hat ja gar nichts gegen ihre neue Bekanntschaft auf dem Schiff. Der junge, in seiner Uniform sehr schneidig aussehende Albert gefällt ihr schon. Aber wie kommt er dazu, ihr beim ersten Gespräch einen Ring zu schenken? Ringe sind Fesseln, sie machen unfrei. Und das ist für Sara die Hölle.

Abweisend ist sie nicht, im Gegenteil: Für Albert hat sie sogar etwas äußerst Liebenswürdiges. Und so kommen sich die beiden im Gespräch allmählich näher. Dass sie ihr Frühstück selbst bezahlt, ist für Sara kein Diskussionsthema. Ebenso selbstverständlich ist für sie, das einzige freie Zimmer des Gasthofs mit Albert für eine Nacht zu teilen. Ihr Verhalten wirft Albert in emotionale Wechselbäder.

Sara wirkt wie ein Wesen aus einer anderen Zeit. Seit dem Tod des Vaters führt sie als junge Unternehmerin die Glaserei der Familie weiter. Da sie viel Unterdrückung, Abhängigkeit, ja sogar Hass in Ehen gesehen hat, ist für sie die wirtschaftliche Selbständigkeit unabdingbar. Sie will lieben, aber als freie Frau.
Ein Zusammenleben ist nur dann gut, wenn "Herz und Seele übereinstimmen". Eine "Trauformel" ist dazu nicht notwendig. Diese ist zu oft zu leerem Geplapper, zur Lüge verkommen. Leid und Lüge machen "grobschlächtig", und das ist das Ende der Liebe. Jeder soll für sich selbst sorgen, nur die Liebe ist das Gemeinsame.

Die Woche mit Sara ist 1839 in Schweden erschienen. Ein Buch, das ein Plädoyer für die Gleichberechtigung der Frau darstellt, in dem die freie Liebe propagiert wird, zu einer Zeit, in der Frauen kaum Rechte besaßen, verheiratet sein mussten, Kinder zu gebären hatten und als Beruf zwischen Magd oder Zimmermädchen wählen konnten. Ein Autor, der durch seine Sticheleien gegen die konservative Gesellschaft viele persönliche und berufliche Nachteile in Kauf nehmen musste, rüttelte mit diesem kleinen Text an den Grundfesten der bestehenden Ordnung, weshalb er nach einer, bis heute ungeklärten Auseinandersetzung mit der Justiz nach Amerika fliehen musste.

Die Wiederentdeckung des kleinen Romans Die Woche mit Sara in neuer Übersetzung ist ein literarischer Leckerbissen: Auf 150 Seiten werden die Ergebnisse von 30 Jahren Frauenbewegung (mit unzähliger Literatur) des 20. Jahrhunderts abgehandelt, zwei tolle Figuren geschaffen, die Atmosphäre der verschiedenen Klassen an Bord eines Schiffes sowie eine großartige Landschaft in Schweden leidenschaftlich beschrieben. Und das in einer unterhaltsamen, spannenden, modernen Sprache. Respekt!

(© 2004 Hartmut Faustmann für all-around-new-books.de)

******************************************************************************
Sie haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben? Dann bitte hier entlang ...


Copyright ©  all-around-new-books.de 
Alle Rechte vorbehalten. Impressum - E-Mail - Haftungsausschluss
Design und Realisierung: onlineAgentur.de GmbH
 

 



Alle vorgestellten
Bücher in der Galerie:
sortiert nach Autor
sortiert nach Titel


Rund um´s Buch

S e r v i c e

Weitere Lesetipps 

Naokos Lächeln
von Haruki Murakami

Kristall der Träume
von Barbara Wood

Das Haus der Harmonie
von Barbara Wood

Schattenflucht
von Richard Powers

Die Nacht der Wassermelonen
von Daniel Wallace

Landnahme
von Christoph Hein

Der Doppelgänger
von Jose Saramago

Der Augenblick der Liebe
von Martin Walser


Der Hund von Balard
von Ludovic Roubaudi

Schattenkind
von P. F. Thomese

Kassandra
von Christa Wolf