|
Inhalt:
Mozart hatte in der
Ehe der Ransomes von jeher eine wichtige Rolle gespielt. Sie
hatten keine Kinder, und ohne Mozart hätten sie sich
wahrscheinlich längst getrennt. Als sie aus einer Vorstellung
von Così fan tutte nach Hause kommen, finden die Ransomes
ihr Heim vollständig leergeräumt vor. Auf der Suche
nach dem Nötigsten für den Alltag - Tassen, Teebeutel,
Spülmittel, Sieb und eine ochsenblutfarbene Schuhcreme
für ihren Mann - gerät Mrs. Ransome in Läden
und Gegenden, die sie vorher nie aufgesucht hätte. Eine
merkwürdige Abenteuerlust und Lebensfreude bemächtigt
sich ihrer.
Alan Bennett erzählt die Geschichte des englischen Middleclass-Ehepaars,
für das am Ende nichts mehr so ist, wie es einmal war,
nicht nur mit knochentrockenem britischem Humor, sondern auch
mit allen Finessen des virtuosen Bühnenschriftstellers,
so daß sie geradezu danach verlangt, vorgelesen zu werden.
(©
2003 Wagenbach Verlag)
Buchbesprechung
- Rezension:
Così fan tutte ist die witzig-skurrile Parabelgeschichte
über das englische Ehepaar Ransome, dem während
eines Opernbesuchs die Wohnung komplett ausgeräumt wurde.
Während Mr. Ransome diese unvorhersehbare Katastrophe,
die ihn aus seiner geordneten, bürgerlichen Lebensbahn
wirft, nicht überlebt, bedeutet die leere Wohnung für
Mrs. Ransome nach 32 Jahren Ehe einen neuen Anfang, den Beginn
eines neuen, anderen Lebens. (Siehe Buchbesprechung unter
Così
fan tutte, gebundene Ausgabe).
Nicht selten stellt sich ja beim Hören eines Textes -
Lesung oder CD - durch die Stimme, Betonung, Sprechmelodie
des Vorlesers ein zusätzlicher Effekt ein, der die Geschichte
dann plastisch werden lässt, wodurch die Spannung gegenüber
dem Selbstlesen noch verstärkt wird.
Leider hat sich bei mir die Begeisterung beim Hören der
CD nicht eingestellt. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass
ich die Geschichte bereits kannte und dass dadurch die Überraschungen,
von denen der Text lebt, ausblieben. Gelesen hat immerhin
Uwe Friedrichsen, der großartige Schauspieler und erfahrene
Synchronsprecher. Gelegentlich schienen mir seine Betonungen
etwas zu ironisierend, wodurch die Personen an Ernsthaftigkeit
verlieren. Auch das äußerst knappe Verzögern
vor der wörtlichen Rede wird allmählich zur Masche
und verliert dadurch an Spannung.
Ich möchte nicht missverstanden werden: Das Hörbuch
ist nicht schlecht, aber die wunderbare, kleine, witzige Geschichte
ist als Buch besser. Die knappen 91 Seiten schafft man locker
an einem Abend. Wer lesen kann, sollte lesen statt hören.
(©
2004 Hartmut Faustmann für all-around-new-books.de)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben?
Dann bitte hier
entlang ...
|